Kitzbühel 1962 - und die Turnfahrt der Männerriege STV Balgach

15.09.2009

Am Samstagmorgen, 5. September besammelten sich 13 frohgelaunte Männerturner zu ihrer traditionellen Turnfahrt. Die SBB führte uns nach Landquart, wo wir in die RHB umstiegen. In Klosters verliessen uns 4 Kameraden um über Monbiel dem auf 1943 m Höhe gelegenen Vereinahaus entgegen zu wandern. Die andern verweilten noch bis Davos im Zug. Dort gönnten wir uns eine Kaffeepause bis uns das Postauto zur Haltestelle Wägerhus am Flüelapass beförderte. Entgegen der Wetterprognose strahlte bereits die Sonne in vollem Glanze und die verschneite Umgebung bot ein faszinierendes Bild. Entsprechend motiviert nahmen wir zusammen mit der Frauenriege Jenins den Aufstieg zu den Jöriseen in Angriff. Dabei mussten zuerst 580 Höhenmeter überwunden werden um alsdann wieder 300 m abzusteigen. Bei diesen bläulich und grünlich gefärbten Seen nahmen wir unsere Mittagsverpflegung ein und als Durstlöscher liessen wir nicht nur Wasser sondern auch eine rötlich gefärbte Flüssigkeit genüsslich die Kehlen hinunter rieseln. Wie immer, wenn wir auf Ausflügen einem See begegnen, kann es unser Roland nicht lassen die Badehosen anzuziehen und einige Züge zu schwimmen. Diesmal war die Wassertemperatur jedoch eisig kalt und bekanntlich ergeben sich dadurch beim Manne gewisse körperliche Veränderungen. Es stellte sich deshalb die Frage, ob wohl aus dem männlichen Wesen ein halbweibliches Wesen den Fluten entsteigen würde? Den diesbezüglichen Test wollten die eintreffenden Damen jedoch nicht ausführen. Nachher nahmen wir noch die letzte Etappe unserer Wanderung in Angriff, wobei wir Murmeltiere und einen Alpabtrieb zu Gesicht bekamen. Im Berghaus verbrachten wir einen äusserst gemütlichen Abend und im nordisch eingerichteten Schlafgemach fanden wir bald unsere Ruh. Nach einem schmackhaften Morgenessen begaben wir uns auf einem romantischen Weg talwärts und nahmen alsdann auf der Alp Novai unsere Verpflegung ein. Anschliessend stimmten wir Lieder an und trafen scheinbar die Töne dermassen perfekt, dass uns ein Gast die Frage stellte, ob wir ein Männerchor seien? Angelockt durch den Gesang setzte sich ein Paar mit Namen Forrer zu uns. Bald wurde der Mann erkannt, handelte es sich doch um den Wildhauser Willi Forrer, der als einer der wenigen Schweizer 1962 die Hahnenkammabfahrt gewonnen hatte. Mit ihm liessen wir nochmals die alten Skirennen aus unserer Gegend (Säntis, Gamper- nei bei Grabs und die Stossabfahrt vom Sommersberg nach Altstätten) revuepassieren. Dazwischen wurde wieder gesungen und wir konnten bald feststellen, dass das Paar eine Verstärkung für jedes Jodelchörli bedeuten würde. Als Dank für die mit uns verbrachte gesellige Stunde spendeten die Beiden uns eine kleine Runde mit feurigem Wasser. Die Zeit lief uns dadurch bald davon und wir mussten uns sputen um noch rechtzeitig heimzukehren. Zum Schluss danken wir unseren Tourenleitern Werner Lippuner und Andreas Müller für die Organisation des Ausfluges und rufen der Balgacher Bevölkerung zu: Wollt auch ihr erleben ein tolles Fest, verharrt nicht untätig in euerm Nest, tretet vielmehr unverzagt ein, in den Balgacher Turnverein.

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